Antimaterie


Antimaterie
Ạn|ti|ma|te|rie 〈[ -riə] f. 19; unz.〉 theoretisch mögliche u. als einzelne Atome auch bereits gewonnene Form der Materie, die sich nur aus Antiteilchen aufbaut, d. h. negativ geladene Atomkerne u. positiv geladene Elektronenhüllen aufweist

* * *

An|ti|ma|te|ri|e: [ Materie] aus den Antianaloga der Elementarteilchen, d. h. Antiteilchen aus Antiquarks wie Antiprotonen (p̅) u. Antineutronen (n̅), Positronen (e+) aufgebaute Materie, die jedoch beim Zusammentreffen mit regulärer Materie unter Energiefreisetzung zerstrahlen müsste (Annihilation).

* * *

Ạn|ti|ma|te|rie , die; - (Kernphysik):
Form der Materie, deren Atome aus Antiteilchen zusammengesetzt sind.

* * *

Ạntimateri|e,
 
Form der Materie, deren atomare Bausteine (die Antiatome) ausschließlich aus den Antiteilchen der die gewöhnliche Materie aufbauenden Elektronen, Protonen und Neutronen bestehen. Die Atomkerne (Antikerne) solcher Antiatome bestehen aus negativ geladenen Antiprotonen und neutralen Antineutronen (den Antinukleonen), die Atomhüllen aus positiv geladenen Antielektronen, den Positronen. Diese Antiatome haben dieselben Energieniveaus wie gewöhnliche Atome, sodass sich Antimaterie mit optischen (z. B. spektroskopische) Methoden nicht von gewöhnlicher Materie unterscheiden lässt. Mithilfe von Teilchenbeschleunigern werden Antinukleonen und Positronen in großer Anzahl erzeugt; außerdem konnten im Labor Antikerne des Deuteriums (Antideuteronen), des Tritiums (31H) und des Heliumisotops 32He hergestellt werden. Die Antiprotonen und diese Antikerne bilden mit den Positronen die Antiatome von Antiwasserstoff, Antideuterium, Antitritium und Antihelium-3. Im September 1995 gelang es Wissenschaftlern am Europäischen Kernforschungszentrum CERN erstmals, Atome aus Antimaterie herzustellen. Durch die Kollision von Antiprotonen mit Xenonatomen wurden Antiwasserstoffatome erzeugt, auf deren Existenz durch die beim Auftreffen auf Materie entstehende Strahlung geschlossen werden konnte.
 
Antimaterie ist in Gegenwart normaler Materie nicht existenzfähig, da es beim Zusammentreffen von normalen Atomen mit Antiatomen infolge Paarvernichtung zur vollständigen Zerstrahlung (Annihilation) der sie aufbauenden Teilchen und Antiteilchen kommt. In einem von Normalmaterie freien Raum ist Antimaterie jedoch ebenso stabil wie Normalmaterie, sodass man sich auch eine ganz aus Antimaterie bestehende Welt (Antiwelt) vorstellen kann. Es erscheint prinzipiell möglich, dass weit entfernte Sternsysteme aus Antimaterie aufgebaut sein könnten. (Die Lichtaussendung durch Antimaterie stimmt vollständig mit derjenigen durch Normalmaterie überein.) Man geht jedoch davon aus, dass das Universum fast ausschließlich Materie enthält. Eine mögliche Erklärung für diese Asymmetrie in der Verteilung von Materie und Antimaterie lässt sich mithilfe von Theorien der Elementarteilchenphysik (Kosmologie, Urknall) finden.

* * *

An|ti|ma|te|rie, die; -: hypothetische, auf der Erde nicht existierende Form der Materie, deren Atome aus den Antiteilchen der irdischen Materie aufgebaut sind: Berechnungen über die Ursache der ungleichen Verteilung von Materie und A. im Weltraum (Welt 21. 5. 86, 3).

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Antimaterie — ist die Sammelbezeichnung für Antiteilchen und alles, was aus ihnen aufgebaut ist, so wie die „normale“ Materie aus „normalen“ Teilchen besteht. Antimaterie kann die Form von Atomen und Molekülen haben, die gebundene Systeme aus Positronen,… …   Deutsch Wikipedia

  • antimaterie — ANTIMATÉRIE s.f. Denumire dată unei substanţe ipotetice constituite din antiparticule, care prin aspect şi însuşiri seamănă cu substanţa corpurilor din jur, dar, în situaţia în care ar intra în contact cu materia propriu zisă, ambele s ar anihila …   Dicționar Român

  • Antimaterie — antimedžiaga statusas T sritis fizika atitikmenys: angl. antimatter vok. Antimaterie, f rus. антивещество, n pranc. antimatière, f …   Fizikos terminų žodynas

  • antimatérie — s. f. (sil. ri e), art. antimatéria (sil. ri a), g. d. art. antimatériei; pl. antimatérii …   Romanian orthography

  • Antimaterie — Ạn|ti|ma|te|rie 〈 [ riə] f.; Gen.: ; Pl.: unz.〉 theoretisch mögliche u. als einzelne Atome auch bereits gewonnene Form der Materie, die sich nur aus Antiteilchen aufbaut, d. h. negativ geladene Atomkerne u. positiv geladene Elektronenhüllen… …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Antimaterie — An|ti|ma|te|rie [...i̯ə, auch an...] die; <zu ↑anti... u. ↑Materie> Form der Materie, deren Atome aus Antiteilchen zusammengesetzt sind …   Das große Fremdwörterbuch

  • Antimaterie — Ạn|ti|ma|te|rie [auch ... te:... ] <griechisch; lateinisch> (Kernphysik Materie aus Antiteilchen) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Materie-Antimaterie-Asymmetrie — Die Baryonenasymmetrie ist das Missverhältnis von Materie zu Antimaterie, genauer gesagt das Verhältnis aus der Differenz der Anzahl der Baryonen und der Antibaryonen (der Antiteilchen der Baryonen) und der Zahl der Photonen im Universum. Der… …   Deutsch Wikipedia

  • Angels and Demons — Illuminati ist der deutsche Titel eines im März 2003 erschienenen Thrillers von Dan Brown (englischer Originaltitel: Angels and Demons, 2000) mit einer weltweiten Auflage von acht Millionen Exemplaren. Die Handlung rankt sich um die Zerstörung… …   Deutsch Wikipedia

  • Carlo Ventresca — Illuminati ist der deutsche Titel eines im März 2003 erschienenen Thrillers von Dan Brown (englischer Originaltitel: Angels and Demons, 2000) mit einer weltweiten Auflage von acht Millionen Exemplaren. Die Handlung rankt sich um die Zerstörung… …   Deutsch Wikipedia